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Kunstpreis Schleswig-Holstein für Günter Kunert

Autor: Horst Schinzel am 31.10.2014

Kunert

(Von Horst Schinzel) - Ministerpräsident Torsten Albig hat an diesem Donnerstag in der Kunsthalle zu Kiel dem Schriftsteller Günter Kunert den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis Schleswig-Holstein verliehen. Den mit 5.000 Euro ausgestatteten Förderpreis erhielt die Schauspielerin Maxine Kazis aus Kiel.

Kunert: "Einer der profiliertesten literarischen Köpfe der deutschen Gegenwart"
In seiner Rede würdigte der Regierungschef Günter Kunert als einen "Meister des Wortes": Kunert sei einer der profiliertesten literarischen Köpfe der deutschen Gegenwartsliteratur. "Bereits 1947, also vor 67 Jahren, haben Sie Ihr erstes Gedicht veröffentlicht", sagte Albig, der Hochachtung und Respekt für das außerordentliche literarische Wirken des Kunstpreisträgers zeigte.

Bis zu seinem Wechsel in die Bundesrepublik 1979 habe Kunert zu den meistgelesenen Autoren der DDR gezählt. "Mit ungezählten Lyrikbänden, Essays, Reisetagebüchern, Erzählungen, einem Roman, einer Autobiografie, zwei Dutzend Hörspielen, mehreren Drehbüchern und Unmengen an Betrachtungen und Reflexionen wurden Sie einer der produktivsten Dichter des 20. Jahrhunderts", so der Ministerpräsident. Kunert sei bis heute hoch engagiert und bleibe stets hartnäckig: "Sie haben immer kritisch hinterfragt, poetisch Einspruch erhoben und wortgewandt gemahnt", so der Ministerpräsident.

Kazis: "Sind glücklich und stolz über Engagement in Kiel"
Die Schauspielerin Maxine Kazis vom Ensemble des Schauspiels Kiel stammt aus der Schweiz und studierte in Hamburg Gesang, Schauspiel und Tanz. Der Ministerpräsident würdigte ihre noch junge Karriere: "Gerade erst vor drei Jahren haben Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen. Kiel ist Ihr erstes festes Engagement. Darüber sind wir glücklich und auch ein wenig stolz", sagte Albig. Mit Ihren herausragenden Fähigkeiten spiele Kazis heute schon Rollen, die üblicherweise nur mit deutlich älteren Schauspielerinnen besetzt würde. "Eine solche Kombination aus Professionalität, Können und Leidenschaft findet man nur selten bei Schauspielerinnen in Ihrem Alter", sagte Albig. Der Förderpreis des Landes Schleswig-Holstein solle für sie Ansporn und Unterstützung für die weitere Karriere sein.

Kunstpreis mit langer Tradition in Schleswig-Holstein
Der Kunstpreis des Landes wird seit 1950 verliehen. Geehrt werden alle zwei Jahre Künstlerinnen und Künstler, die in Schleswig-Holstein geboren sind, im Land wirken oder für das Land eine besondere Bedeutung haben.
Preisträger sind unter anderem Detlef Buck, Feridun Zaimoglu, Sabine Meyer, Klaus Florian Vogt und Elsbeth Arlt. Der Ministerpräsident verleiht den Preis auf Vorschlag des Künstlerischen Beirats unter Vorsitz von Kulturministerin Anke Spoorendonk.

Der heute 85jährige Günter Kunert wohnt seit mehr als dreißig Jahren in Kaisborstel nahe Itzehoe. Geboren in Berlin wurde er vom Naziregime unterdrückt. 1950 erschien in der DDR sein erster Gedicht- band. Schnell wurde er zu einem der meist gelesenen Autoren in diesem zweiten deutschen Staat. Weil er zu den Erstunterzeichnern des Protestbriefes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann zählte, wurde er aus der SED ausgeschlossen 1979 siedelte er mit seiner Frau aus und zog nach Schleswig-Holstein. Hier hat den Großteil seines umfangreichen Werkes geschaffen. Als Lyriker gilt dar fleißige Autors als einer bedeutendsten unserer Zeit.

Im Vorjahr hat Kunert seine umfangreiche Kunstsammlung von 7oo Werken dem Wilhelm-Busch-Museum in Hannover überlassen .Seinen Vorlass hat das Literaturmuseum in Marburg erhalten. Der Mensch Kunert klagt über die durch das Alter nachlassenden Kräfte Aber nach wie vor ist er am Schaffen.

Maxine Kazis hat in diesem Sommer als Juli in der musikalischen Revue „Romeo und Julia“ am Kieler Schwentineufer begeistert.

 

Fotos
Landesregierung SH

Presseportal Maxine Kazis


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