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„Rigoletto“ in Kiel: Italienisches Regieteam begeistert die Opernfreunde

Autor: Horst Schinzel am 10.10.2016

Oper

(Von Horst Schinzel) - Das hat es am Kieler Opernhaus noch nicht gegeben. Verdis Frühwerk „Rigoletto“ – das an diesem Sonntag-Abend Premiere hatte - ist von einem rein italienischen Regieteam in Szene gesetzt worden. Der Regisseur Fabio Ceresa hat seine künstlerische Heimat an der Mailänder Scala. Dort hat er mit den Großen der Zunft zusammengearbeitet. Inzwischen ist er an vielen großen Häusern der Welt zuhause. In Deutschland aber hat er noch nicht gearbeitet. Zu seinem Debüt hat er seinen Bühnenbildner Domenico Franci, den Ausstatter Guiseppe Palella und den Choreografen Mattia Agatiello mitgebracht. Mit ihnen zeigt er den Opernfreunden am Kleinen Kiel, wie man in Verdis Heimat an dessen Werk heute heran geht: Sehr viel nüchterner und ohne den meist hierzulande gebotenen Pomp.

Foto Olaf Struck

Domenico Franci hat die traurige Handlung um den betrogenen Hofnarren des Herzogs von Mantua und dessen geschändete Tochter Gilda in geheimnisvoll sich öffnende und schließende Wände und Türen gestellt, in denen die Hofgesellschaft in den prächtigen Kostümen von Guiseppe Palella agiert. Als diese Hofgesellschaft fungiert vor allem der von Lam Tran Dinh einstudierte Herrenchor. Fünf Damen gefallen vor allem in der Szene, in der der Herzog die Schwester (Tatia Jibladze) des Banditen Sparafucile – aus der Türkei zurückgekehrt Kemal Yasar – zu verführen sucht. Hier haben steile Leitern ihre Funktion.

In der Titelrolle beeindruckt der junge mongolische Bariton Amartuvshin Enkbhat. Der Künstler hat sich in wenigen Jahren einen bedeutenden internationalen Ruf erarbeitet. In Kiel beeindruckt er durch seinen Gesang wie in der Darstellung des Verzweifelten Vaters, der sich unter einem Fluch wähnt. An seiner Seite als Tochter Gilda Hye Jung Lee . seit voriger Spielzeit Mitglied des inzwischen recht kleinen Ensembles und international gerühmt als eine der viel versprechendsten Koloratursopranistinnen unserer Zeit. Yoonki Baek gibt den Herzog von Mantua sehr zurückhaltend. Vor allem in der Verführungsszene kann er den Frauenhelden nicht so recht glaubhaft machen.

Generalmusikdirektor Georg Fritzsch führt das Philharmonische Orchester sehr verhalten durch den Abend. Leider überdecken seine Musiker doch recht oft die Sänger. Das Premierenpublikum ist begeistert, dankt mit reichlichem Szenenbeifall und am Ende allen Beteiligten lang anhaltend.

Weitere Aufführungen

12.,20.,22 und 30. Oktober , jeweils 19.30 Uhr


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