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Segler zufrieden! Superstart in die Kieler Woche

Autor: CIS am 18.06.2016

Segeln

Die Landeshauptstadt Kiel präsentiert sich in diesem Frühjahr seit Wochen auf der Sonnenseite des Wetters. Die Unwetter und Starkregenfronten machen um Kiel.Sailing.City einen Bogen, und auch zum Auftakt der Kieler Woche im 134. Jahr blieb es weitgehend trocken über den Bahnen auf der Außenförde vor Schilksee.

Bild: Gleich am ersten Kieler-Woche-Tag zeichnete sich ein Spitzenduell bei den Musto Performance Skiff mit Frithjof Schwerdt (Kiel)/Foto, dem Europameister von 2013, ab – mit Vorteilen für Schwerdt, der nach drei Wettfahrten vor Lachenschmid das Feld anführt. Foto: okpress

Unter zwar grauem Himmel, aber bei guten Winden konnten die Wettfahrtleitungen auf den sieben Bahnen den 14 internationalen Klassen ein kompaktes Programm liefern, an deren Ende es sieben deutsche Führungen gibt. Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst konnte nach diesem ersten Tag mehr als zufrieden sein: „Ich strahle! Das war ein Superstart in die Kieler Woche. Wir haben alles geschafft, was wir wollten. Und auch für morgen sind gute Segelbedingungen vorhergesagt.“

29er: Im Fokus der Kameras agierten die jungen Skiffsegler auf der Medienbahn. Gute Gelegenheit insbesondere für die lokalen Crews, um sich in Szene zu setzen. Gleich vier Teams vom Kieler Yacht-Club platzierten sich in dem Feld der 83 Mannschaften nach fünf Rennen in den Top-Ten. Angeführt wird das Feld jedoch von den Niederländern Pieter van Leijen/Daniel Bramervaer vor Bennet Steffens/Moritz Block (Kiel). Auf Rang vier folgt mit Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich (Kiel) das beste Mixed-Team, das noch während der Kieler Woche in den Circuit des olympischen Nacra17 einsteigen will. „Es waren schwierige Bedingungen, aber es hat Spaß gemacht heute“, sagte Alica Stuhlemmer. „Wir sind mit unserer Leistung zufrieden, die Niederländer sind aber sehr stark.“

505er: Titelverteidiger oder Rekord-Kieler-Woche-Sieger – wer holt sich den Titel 2016 im 505er? Diese Frage schwebte vor der Kieler Woche über den Duellen zwischen Maike Schomäker/Holger Jess (Zwischenahn/Eckernförde) und Wolfgang Hunger/Julien Kleiner (Strande/München). Im vergangenen Jahr hat das Mixed-Team dem Erfolgsduo den Titel vor Kiel weggeschnappt. Doch nach dem Ende des ersten Tages bleibt festzustellen, dass die Freude beim Dritten liegt. Die Briten Andy Smith/Tim Needham führen vor Hunger/Kleiner. Schomäker/Jess rangieren dagegen nur auf Rang 15.

Flying Dutchman: Die ehemalige Olympiajolle muss vor Kiel ohne die frisch gekürten Weltmeister Jörgen und Jacob Bojsen-Möller auskommen. Die Dänen segeln auf der Förde im 505er (derzeit Rang fünf). Diese Abwesenheit nutzen die Segler aus dem deutschen Westen. Shmuel Markhoff/Michael Happich (Frankfurt) führen vor Thomas Schiffer/Alexander Antrecht (Uerdingen).

Europe: Einen bunten Mix gibt es auf den aktuellen Podiumsplätzen bei den Europes. Der Franzose Valerian Lebrun führt vor Lars Johan Brodtkorb (Norwegen) und dem besten Deutschen, Fabian Kirchhoff vom Dümmer.

OK: Für die OK-Jollen ist die Kieler Woche die Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft im September auf dem gleichen Revier. Doch die Deutschen sind mit ihrem Besten, Oliver Gronholz (Segeberg), erst auf Rang fünf vertreten. Es führt der Brite Jim Hunt vor Thomas Hansson-Mild (Schweden) und Stefan Myralf (Dänemark).

Laser Radial: Ein Schüler aus dem Segelinternat in Kiel mischt im Vorderfeld der großen Flotte der Laser Radial mit. Nico Steenbuck ist bei seinem Heimspiel bestens ausgeschlafen, muss auf Platz neun aber die Stärke der internationalen Konkurrenz anerkennen, die mit Jamie Calder (Großbritannien), Hugo Svensson (Schweden) und Aami Ahvonen (Finnland) die Ränge eins bis drei belegt.

Laser 4.7: Für Julia Büsselberg ist Kiel zwar nicht die Heimatstadt, aber die junge Berlinerin scheint vor Schilksee jede Welle zu kennen. Im vergangenen Jahr gewann sie vor Kiel die YES-Regatta und Kieler Woche, in diesem Jahr schloss sie mit einem weiteren YES-Sieg nahtlos daran an, und jetzt hat sie auch zur Kieler Woche wieder den Bug in der Laser-Nachwuchsklasse vorn – vor der internationalen Konkurrenz aus den Niederlanden (Emma Savelon) und Israel (Juli Baruch).

Musto Skiff: Seit vergangener Woche darf sich Deutschland durch Andi Lachenschmid über den ersten deutschen Weltmeister im Musto Skiff freuen. Und jetzt hat sich der Augsburger bereits wieder zu bewähren. Gleich am ersten Kieler-Woche-Tag zeichnete sich ein Spitzenduell mit Frithjof Schwerdt (Kiel), dem Europameister von 2013, ab – mit Vorteilen für Schwerdt, der nach drei Wettfahrten vor Lachenschmid das Feld anführt. „Die Woche ist noch lang, da kann noch einiges passieren“, sagte Lachenschmid, der erst vor einem Jahr in die Klasse eingestiegen ist und sich seitdem an die Spitze der Welt vorgearbeitet hat. „Bei der WM in Carnac hatten wir alle Bedingungen. Und ich war immer schnell. Das liegt daran, dass wir auch am Ammersee unter den verschiedensten Bedingungen segeln.“ Vor seiner Musto-Skiff-Karriere war Lachenschmid als 49er-Vorschoter und im Drachen aktiv. „Im Drachen habe ich mir sehr gut die Feldtaktik aneignen können“, so der Weltmeister, der in Kiel unter anderem auf Elena Stoffers trifft, die als einzige Frau im Musto-Skiff-Feld unterwegs ist. „Nach der Olympia-Kampagne im 49erFX habe ich mir gesagt, ich muss auch mal einen Skiff steuern können. Und die Musto Skiffs finde ich schon seit Jahren interessant. Skiff-Segeln macht mir unglaublich viel Spaß. Aber olympisch werde ich wohl nicht mehr segeln, ich muss mich jetzt beruflich weiterentwickeln“, so Stoffers.

Contender: Das Geschehen in der zweiten Einmann-Skiffklasse, den Contendern, scheint eine klare dänische Angelegenheit zu werden. Mit drei Siegen in drei Rennen führt Jesper Nielsen vor dem 2013er-Weltmeister Sören Dulong Andreasen.

Folkeboot: Der Danebro weht auch bei den Folkebooten auf dem Spitzenboot. Sören Kästel, der dreimalige Goldcup-Gewinner (inoffizielle Weltmeisterschaft), hat die Führung vor Walther Furthmann (Kiel), dem Gold-Cup-Vize von 2013, übernommen. In Lauerstellung auf Rang drei liegt die Crew um Ulf Kipcke (Neumünster), die im vergangenen Jahr ihren zweiten Goldcup-Titel gewonnen hatte.

Albin Express: Wie die Folkeboote sind die Albin Express und J/24 auf der Kielboot-Bahn vor Wendtorf unterwegs. Die Kieler um Andreas Pinnow liegen bei den Albin hier an der Spitze.

J/24: Bei den J/24 behaupten sich die Hamburger um Tobias Feuerherdt gegen die starke britische Konkurrenz mit Travis Odenbach.

Formula 18: Die jungen Crews machen im F18-Skiff Druck nach vorn. Helge und Christian Sach (Zarnekau) haben bereits acht Mal in der schnellen Kat-Klasse vor Kiel gewonnen, jetzt müssen sie sich einen harten Kampf mit Finn Heeg/Merle Baars liefern. Die Flensburger waren vor zwei Jahren Deutsche Meister im olympischen Nacra17, konzentrieren sich jetzt aber ganz auf den Formula 18 und sind nach drei Wettfahrten den Brüdern Sach dicht am Heck. „Die Konkurrenz ist stärker als im vergangenen Jahr. Finn und Merle sind absolut auf Augenhöhe“, erkannte Helge Sach die Stärken der jungen Mannschaft an, die nur einen Punkt zurückliegt. Schon im vergangenen Jahr waren Heeg/Baars bei der F18-WM vor Kiel bestes Mixed-Team. „In diesem Jahr haben wir die EM in Brest im Fokus, da wollen wir auch wieder unter den Mixed-Teams top sein“, so Finn Heeg. Eine Fortsetzung der Karriere im olympischen Mixed-Kat ist dagegen nicht angedacht: „Wir haben das aus finanziellen Gründen aufgegeben. Das war einfach nicht leistbar“, sagte Merle Baars.

Hobie 16: Erfahrung und Jugend segelt im Hobie 16 gern mal auf einem Boot. Knud Jansen, zweimaliger deutscher Titelträger, hat die 15-jährige Paula Crayen (Surendorf) an Bord genommen und segelt auf Rang drei. In Führung liegt der amtierende Deutsche Meister Jens Goritz (Föhr) mit Mirjam Bayer vor dem Rekord-Europameister Detlef Mohr (Reinfeld) mit Karen Wichardt.

Kieler Woche (18. bis 26. Juni):

Teil 1 (18. bis 21. Juni):

29er, 505er, Albin Express, Contender, Europe, Flying Dutchman, Folkeboot, F18, Hobie 16, J24, Laser 4.7, Laser Radial (open), Musto Skiff, OK Dinghi.

Teil 2 (22. bis 26. Juni):

2.4mR (IDM), 470er (F), 470er (M/beide mit JWM), 49er, 49er FX, Finn, Laser Radial (F), Laser Std (M), Nacra 17 (IDM), Sonar (IDM).

Teil 2 (23. bis 26. Juni):

J/70 (EM), J/80, Melges 24, 420er.

Teil 3 - Offshore (18. bis 25. Juni):

Welcome Race, 1. Wettfahrt (Sa., 18. Juni) Kiel-Eckernförde, 2. Wettfahrt (So., 19. Juni) Eckernförde – Kiel: ORC Club I-IV, Mulithulls 3 Klassen (>39 Fuß, 30 bis 39 Fuß, < 30 Fuß), Albin Ballad. Senatspreis (Do., 23. Juni): ORC Club I bis IV Silbernes Band (24. bis 25. Juni): ORC Club I bis IV

Seesegel- IDM:

Langstrecke (Sa., 18. Juni, bis So., 19. Juni): ORCi I bis IV. Kiel-Cup Alpha (Mo., 20. Juni, bis Mi., 22. Juni): Kurzwettfahrten: ORCi I bis IV.

PM: Seglerzeitung


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