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In Kiel wirbelt der Mondhund über die Bühne

Autor: Horst Schinzel am 10.04.2016

Oper

(Von Horst Schinzel) - Im Kieler Opernhaus wird zeitgenössische Popularmusik vertanzt. W i e die junge Truppe des Ballettdirektors Yaroslav Ivanenko – die zur sehr laut elektronisch eingespielten Musik auch noch singen muss – sich dieser Aufgabe stellt, ist aufregend. Und begeistert das überwiegend recht junge Premierenpublikum an diesem Sonnabend-Abend. Die Tänzer zeigen alle Figuren des klassischen Tanzes – und eben noch ein bisschen mehr.

Foto Olaf Struck

Keine Spur vom klassischen Ballett. Dafür Musik etwa eines Max Richter (50). Der Komponist ist durch Filmmusiken bekannt geworden. Und fußt etwa auf Karl-Heinz Stockhausen und Luciano Berio. Richter zählt sich zu den Minimalisten, deren serielle Musik er weiter entwickelt hat. Er arbeitet mit dem Finnen Kimmo Pohjonen zusammen. Der Musik der beiden Komponisten hat sich das Kronos-Quartett angenommen. Gewiss keine Ohrwürmer. Dem einleitenden kurzen Stück „When she went away – Als sie weggegangen war“ –liegen diese Vertonungen zugrunde.

Das Hauptstück des Abends „Blame it on the moondog – Schande über den Mondhund“ stammt von dem damaligen Grazer Ballettdirektor Darrel Toulon (52)und seiner Rockband „The Base“ Seine 2015 uraufgeführten Geschichten von Nacht, Liebe und Abschied interpretiert er nun – mitunter sehr schrill – in Kiel. Dafür hat ihm Jürgen Kirner – der auch für die Kostüme zeichnet- ein stimmiges Bühnenbild entworfen.

Toulon schweben durchaus schmerzliche Geschichten vor. Dem Zuschauer erschließen sich seine Absichten allerdings nur schwer. Da wäre wohl mehrmaliges Sehen erforderlich. Die Premierenbesucher – im Parkett und auf den Rängen klaffen allerdings arge Lücken – danken allen Beteiligten mit herzlichem Beifall.

Weitere Aufführung

24. April, 18 Uhr


Schlagworte:
kieler opernhaus

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