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Verlagsgruppe Madsack: Kahlschlag an der Ostsee

Autor: Horst Schinzel am 27.12.2015

KN

(Von Horst Schinzel) - Über Jahrzehnte hinweg wurden die in den Großstädten an der Ostsee erscheinenden Tageszeitungen „Kieler Nachrichten“, „Lübecker Nachrichten“ und „Ostsee-Zeitung“ von der Verlagsgruppe Axel Springer beherrscht. Aber Springer hat sich zwischenzeitlich fast vollständig aus dem Tageszeitungsgeschäft zurückgezogen. An dessen Stelle ist neben der Funke-Gruppe vor allem die in Hannover ansässige Madsack-Gruppe getreten, deren größter Anteilseigner die der SPD gehörende Medienholding dvvg – einst „Konzentration“ – ist.

Und Madsack will Geld verdienen. Nach einem Umstrukturierungsprogramm 2018 sollen bis dahin 44 Millionen Euro eingespart werden – vor allem natürlich durch Stellenabbau. Der Leser soll davon möglichst nichts merken. Ihm werden Angebotsverbesserungen vorgegaukelt. Wie seit Anfang Dezember bei den „Lübecker Nachrichten“ mit einer Rätselseite und neuen Rubriken. Die werden von zentralen „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ zugeliefert. Die Mitarbeiter aber trifft es hart. Die erst 2008 eingerichtete Mantelredaktion für LN und OZ Redaktions-Service-Gesellschaft soll aufgelöst, die Wochenendbeilage für die Mecklenburger Leser eingestellt werden. Der Posten eines Landeskorrespondenten der LN in Kiel wurde aufgegeben. Der Stelleninhaber fand sich bei der Lokalredaktion in Eutin wieder.

Nachdem bereits vor einigen Monaten bekannt geworden war, dass Madsack in Rostock dreißig Stellen einsparen will, droht in Lübeck Ähnliches. Hart hat es auch die „Kieler Nachrichten“ getroffen. Dort wurde die Stelle des Stellvertretenden Chefredakteurs eingespart. Hier wie in Lübeck und Rostock sollen die Sportseiten künftig vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zugeliefert werden. In Kiel müssen Redakteure sogar am Wochenende Termine wahrnehmen. Für Freie Mitarbeiter ist kein Raum mehr .In Mecklenburg werden die Lokalredaktionen zusammen gestrichen. Insbesondere die Sekretärinnen sollen wegfallen. Sind die Redakteure aus dem Haus, gibt es für die Leser keine Ansprechpartner mehr.

Die Deutsche Journalisten-Union in der Gewerkschaft ver.di verhandelt in Mecklenburg über einen .Vertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung, in Lübeck über einen Sozialplan. Überdies versucht die Gewerkschaft die Miteigentümerin SPD auf ihre soziale und politische Verantwortung zu mobilisieren


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