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Kiel beerdigt Regionalbahn-Konzept

Autor: Horst Schinzel am 15.05.2015

Bahn

(Foto: Annamartha  / pixelio.de) - Die Landeshauptstadt Kiel stellt die Weichen für die zukünftige und nachhaltige Entwicklung des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs neu. In der nächsten Sitzung der Ratsversammlung am Donnerstag, 21. Mai, wird Oberbürgermeister Ulf Kämpfer eine Geschäftliche Mitteilung einbringen, die aufzeigt, wie die Stadtverwaltung dieses wichtige Thema in Zukunft angehen will.

Nachdem der Kreistag Rendsburg-Eckernförde im Dezember 2014 entschieden hat, sich aus den Verhandlungen über die Planung einer StadtRegionalBahn (SRB) zurückzuziehen, soll dieses Vorhaben nicht weiterverfolgt werden. „Die fehlende Beschlussfassung im Kreis Rendsburg-Eckernförde bedeutet das Ende des Projektes und macht einen Neustart erforderlich, um eine nachhaltige Lösung für den öffentlichen Nahverkehr in Kiel und in der Region zu finden“, erklärt Oberbürgermeister Kämpfer.

Gleichzeitig macht Kämpfer klar: „Das Ende des Projektes StadtRegionalBahn ist nicht gleichzusetzen mit einer Absage an den schienengebundenen Verkehr in Kiel und in der Region. Ich halte den Ausbau von schienengebundenen Systemen nach wie vor grundsätzlich für verkehrspolitisch sinnvoll.“ Daher soll geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen ein Ausbau von schienengebundenen Systemen als ein Bestandteil der Verkehrssysteme in Kiel und der Region realisierbar ist. „Ich werde mich insbesondere dafür einsetzen, dass der Ausbau der Hein-Schönberg-Bahn jetzt möglichst schnell vorangetrieben wird“, so Kämpfer.

Mit Blick auf den künftigen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs schlägt die Stadtverwaltung drei Bausteine vor: Mit dem Leitprojekt „Masterplan Mobilität“ soll in der Kiel-Region ein gemeinsames Verkehrskonzept zur interregionalen Verbesserung der Verkehre erarbeitet werden. Parallel dazu soll in Kiel auf Grundlage des Regionalen Nahverkehrsplanes, der Weiterentwicklung des nachhaltigen Umweltverbundes sowie des Verkehrsentwicklungsplans ein Konzept für einen nachhaltigen öffentlichen Nah- und Regionalverkehr weiterentwickelt werden. Dabei soll auch geprüft werden, inwiefern eine erweiterungsfähige „Stadtbahn“ für das Kieler Stadtgebiet realisiert werden könnte. Für die Erarbeitung der strategischen Konzepte für die mittel- bis langfristige Entwicklung des ÖPNV in Kiel und der Region sieht Oberbürgermeister Ulf Kämpfer rund zwei Jahre vor.

Als dritter Baustein sollen parallel konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Nahverkehrs diskutiert und schon kurzfristig umgesetzt werden. Bezüglich der Finanzierung der Maßnahmen und der Förderung neuer Modelle setzt Oberbürgermeister Kämpfer die schon begonnenen Gespräche mit der schleswig-holsteinischen Landesregierung fort.


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